Forder- und Förderkonzept
Um die schulische Entwicklung unserer Schülerinnen und Schüler voranzutreiben, wollen wir in Zusammenarbeit mit ihnen und den Eltern, mit vielfältigen, dem Einzelnen angepassten Wegen und Konzepten eine gezielte, individuelle Förderung und Forderung vornehmen.
Das kann nur gelingen, wenn die Schülerinnen und Schüler sich im sozialen Umfeld der Schule wohl fühlen und sich dort einbringen können, so wie es in der Leitidee unserer Schule beschrieben steht. Wesentliche Bestandteile einer solchen Förderung sind Maßnahmen der inneren und äußeren Differenzierung.
Die Dokumentation der individuellen Lernentwicklung begleitet die Schülerinnen und Schüler vom 5. bis zum 10. Schuljahrgang und enthält Aussagen
• zur Lernausgangslage,
• zu den angestrebten Zielen,
• zur Maßnahme, mit deren Hilfe das Ziel erreicht werden soll sowie
• zur Beschreibung und Einschätzung des Fördererfolgs durch die Lehrkraft und durch die Schülerin oder den Schüler.
Von der Klassenlehrkraft bzw. einem Klassenteam wird jedes Halbjahr in den pädagogischen Gesprächen bis zum ersten Elternsprechtag im November und bis zum zweiten Elternsprechtag im März der Unterstützungsbedarf in den verschiedenen Fächern zusammengestellt und Aussagen über das Sozial- und Arbeitsverhalten getroffen.
Diese vorläufigen Bewertungen werden dann gegebenenfalls in den zuständigen Klassenkonferenzen erörtert und die sich daraus ergebenden Maßnahmen beschlossen. Sie dienen als Beratungsgrundlage für die folgenden Elterngespräche, so dass den Eltern Entscheidungshilfen zur Verfügung gestellt werden, wie sie ihr Kind auch im häuslichen Rahmen gezielt betreuen, fördern und fordern können. Ein weiterer wichtiger Gesichtspunkt ist eine mögliche Korrektur der Schullaufbahnentscheidung.
Im Einzelnen werden neben Aussagen zur Lese- und Schreibkompetenz, zur mathematischen und fremdsprachlichen Kompetenz auch spezielle Aussagen gemacht zu
• Eigenständigkeit
• Ordnung und Sorgfalt
• Konzentration
• Belastbarkeit
• Teamfähigkeit
• Pünktlichkeit
• Hausaufgaben
Zu Beginn der 5. Klasse werden in den Langfächern Deutsch, Englisch und Mathematik die von den Fachkonferenzen entwickelten Eingangstests geschrieben, um hier möglichst schnell erste Anhaltspunkte für eine gezielte Förderung und Forderung der Schülerinnen und Schüler vorliegen zu haben. Die sich aufzeigenden Defizite werden von den Fachkonferenzen aufgenommen und es wird festgelegt, wie sich eine Aufarbeitung am besten vornehmen lässt. Unter Umständen wird dies im Klassenrahmen geschehen oder es werden Maßnahmen für einzelne Schülerinnen und Schüler getroffen.
Eine zusätzliche und ggf. aussagekräftigere Beobachtung findet im laufenden Unterricht statt. Dazu eignen sich besonders differenzierende und offene Unterrichtsformen, in denen die Schülerinnen und Schüler selbständig planen und arbeiten, so dass die Lehrkraft hier ganz individuell beobachten und eingreifen kann.(EVA-Stunde; eigenverantwortliches Arbeiten) Eine der vier Unterrichtsstunden in den Langfächern Deutsch, Englisch und Mathematik sollte deshalb als „eigenverantwortliche Lernstunde“ konzipiert werden. (Hinweis: In Deutsch findet dies in Kl. 5/6 statt.)
Individuelle Fördermaßnahmen können nur wirksam werden, wenn Schülerinnen und Schüler zunehmend Verantwortung für das eigene Lernen übernehmen. Dazu muss die Fähigkeit zur systematischen Selbsteinschätzung bei den Schülerinnen und Schüler ausgebildet werden. Das wollen wir erreichen, indem sowohl die Schülerinnen und Schüler als auch die Klassenleitung mithilfe eines Fragebogens nach den gleichen Kriterien eine Einschätzung über die Lernfortschritte vornehmen. Anhand möglicher Unterschiede wird in Gesprächen mit den Schülerinnen und Schüler die weitere Entwicklung erläutert.
Neben Maßnahmen der inneren Differenzierung bietet unsere Schule ein Bündel von zusätzlichen Maßnahmen der äußeren Differenzierung an. Einen hohen Stellenwert hat dabei das selbständige, eigenverantwortliche Lernen der Schülerinnen und Schüler. Es zu fördern und zu sichern, muss bei allen Förderungsmaßnahmen oberste Priorität besitzen.
1. Gezielte Förderung zum Ausgleich von Defiziten und zur weiterführenden Qualifizierung vorerst in den Fächern Deutsch, Englisch und Mathematik.
Dazu werden förderungs- und forderungsbedürftige Schülerinnen und Schüler der Klassen 5 & 6 von der Fachlehrkraft in Absprache mit den Eltern
• ausgewählt,
• inhaltlich vorbereitet und
• bei der betreuenden Lehrkraft für einen vorgegebenen Zeitraum angemeldet und von ihr betreut.
Die Kurse finden in einer zusätzlichen 7. Stunde statt und werden von der Lehrkraft im Sinne einer helfenden, bedarfsorientierten Moderation geführt, um gleichzeitig das eigenverantwortliche Lernen zu fördern. Im Fach Deutsch findet dies parallel zur EVA-Stunde einmal wöchentlich statt.
2. Neben der zweiten Fremdsprache Französisch werden vorerst in der 6. und 10. Klassenstufe in einem Wahlpflichtkursband die Fächer Deutsch, Englisch und Mathematik angeboten.
Die Schülerinnen und Schüler sollen hier in einer offenen Unterrichtssituation ganz bewusst
• das selbständige, eigenverantwortliche Arbeiten erlernen und vertiefen,
• um das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten aufzubauen und zu verstärken.
Sie wählen sich selbst
• die Inhalte,
• verschaffen sich Informationen,
• wenden diese gezielt an und
• erarbeiten neue Ergebnisse und Erkenntnisse.
Im 10. Jahrgang können die Schülerinnen und Schüler bei der Themenauswahl auf Inhalte zurückgreifen, die sie für ihre Abschlussprüfung benötigen oder die ihnen bei der Bewältigung von Eignungstests im Rahmen ihrer Berufswahlentscheidung helfen.
3. Hausaufgabenbetreuung als Angebot für die 5. – 7. Klassen durch Schülerinnen und Schüler der 10. Klassen
An zwei Nachmittagen in der Woche betreut ein Schülerteam aus zwei Schülerinnen und Schülern der 10. Klassen jeweils eine Hausaufgabengruppe von bis zu 10 Schülerinnen und Schülern in der 7. Stunde. Die betreuenden Schülerinnen und Schüler haben selbst das Fach Französisch belegt und werden voraussichtlich den Erweiterten Sekundarabschluss erreichen, so dass hier für einen ausreichenden Qualitätsstandard gesorgt ist.
Als Anerkennung erhalten die Schülerinnen und Schüler im Zeugnis eine Belobigung und werden zusätzlich für ihre Tätigkeit vom Schulverein finanziell entschädigt. Die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler müssen für die Inanspruchnahme der Betreuung einen kleinen finanziellen Obolus entrichten. Weiterhin trägt diese Form der Hausaufgabenhilfe dazu bei, die soziale Kompetenz der betreuenden Schülerinnen und Schüler zu stärken und verbessert quasi nebenbei die eigenen Leistungen, speziell im Hinblick auf die anstehenden zentralen Prüfungen.
4. Fachleistungskurs Mathematik in den Klassenstufen 9 und 10
Schülerinnen und Schüler mit einer 1, 2 oder guten 3 im letzten Zeugnis werden in einem übergreifenden Fachleistungskurs A zusammengefasst. Hier können sie besser nach ihrer individuellen Leistungsfähigkeit und Arbeitsweise mit erhöhten Anforderungen gefördert und gefordert werden, um sie auf einen möglichen Übergang in studienbezogene Bildungsgänge vorzubereiten.
Im Vordergrund steht auch hier wieder das eigenverantwortliche Lernen. Durch die geringere Anzahl von Schülerinnen und Schüler ist in den B-Kursen ist eine gezieltere, individuelle Förderung des Einzelnen möglich.
5. Arbeitsgemeinschaften
Die Arbeitsgemeinschaften fördern unterschiedliche Kompetenzen:
• Schülerzeitung
(Lese- und Schreibkompetenz / kommunikative Kompetenz)
• Sanitätsdienst
(soziale Kompetenz und medizinisches Grundwissen )
• Konfliktlotsen
(soziale Kompetenz)
• Musikgruppe
(musisch-kulturelle Kompetenz)
• Fußball Sport
(soziale Kompetenz / Gesundheitserziehung)
6. Methodisches Wissen
Die Methodentage (siehe Methodenkonzept) unterstützen grundlegende Fähigkeiten und schulen Fertigkeiten zum selbstständigen Lernen, zur Selbsteinschätzung. Zudem werden fächerübergreifende Arbeitsgrundlagen vermittelt, vertieft und geübt.
7. Sprachliche Förderung
Besonders Schülerinnen und Schüler ohne Deutsch als Muttersprache, die wenig oder keine Kenntnisse über die deutsche Sprache haben, werden separat in Förderstunden und auch parallel zum stattfindenden Unterricht geschult und unterstützt.
Evaluation
In der ersten Gesamtkonferenz des Schuljahres werden Veränderungsvorschläge von SuS, Eltern und Lehrkräften eingebracht und führen ggf. zu einer Überarbeitung des Förder- und Forderkonzeptes.