SINUS-Transfer
Das BLK-Programm SINUS – Transfer II
ist ein Lehrerfortbildungsprojekt, das die Steigerung der Effizienz des mathematisch-naturwissenschaftlichen Unterrichts zum Ziel hat. Der offiziell begleitete Kurs lief vom 1. August 2005 bis zum 31. Juli 2007. Auf der Ebene der beteiligten Schulen finden weiterhin regelmäßige Treffen statt, um sich über durchgeführte Projektsequenzen auszutauschen oder neue Konzepte und Materialien vorzustellen.
Dabei geht es um eine Weiterentwicklung des Unterrichts durch die Lehrkräfte, um die Qualität durch konkrete Ansatzpunkte zu verbessern, die nach Erkenntnissen der allgemeinen und fachbezogenen Lehr-Lern-Forschung ausgearbeitet wurden:
Weiterentwicklung der Aufgabenkultur
- Eine größere Vielfalt an Aufgaben, die z. B. einen stärkeren Anwendungsbezug oder mehrere Lösungsmöglichkeiten haben, soll das Lernen und Verstehen stärker fördern.
Aus Fehlern lernen
- Verständnisfehler und inadäquate Vorstellungen von Schülerinnen und Schülern, die oft aus ihrem Alltagsverständnis entspringen, sind Lerngelegenheiten, die in ihrer Bedeutung für das Lernen wahrgenommen und als Ausgangspunkte für Lernprozesse genutzt werden.
Sicherung von Basiswissen –
verständnisvolles Lernen auf unterschiedlichen Niveaus
- Angestrebt wird ein grundlegendes Verständnis, das dem jeweiligen Vorwissen und den jeweiligen Fähigkeiten der Schülerinnen und Schüler angepasst ist.
Zuwachs von Kompetenz erfahrbar machen –
Kumulatives Lernen
- Kumulatives Lernen stützt die Lernmotivation durch Erleben von Kompetenzzuwachs.
- Frühere, aktuelle und zukünftige Inhalte werden dabei vernetzt (vertikale Verknüpfung).
Entwicklung von Aufgaben für die Kooperation von Schülern
- Kooperative Lernformen ermöglichen nicht nur soziales, sondern auch ein vertieftes kognitives Lernen.
- Kooperative Arbeitsformen veranlassen dazu, Gedanken sprachlich zu fassen, zu argumentieren, andere Perspektiven einzunehmen und mit diskrepanten Ansichten und Urteilen umzugehen.
Verantwortung für das eigene Lernen stärken
- Das Modul rückt die Selbststeuerung des Lernens und motivationale Bedingungen in den Blick.
- Die Bereitschaft und die Fähigkeit, selbstverantwortlich und selbstreguliert zu lernen und dabei wirksame Strategien anzuwenden, müssen schrittweise entwickelt werden.
Im Unterricht werden die neuen Materialien erprobt, neue Methoden genutzt und Erfahrungen mit veränderten Haltungen gesammelt.
Positive Wirkungen des Programms zeigen sich in einer Reihe von Aspekten:
- Die durch das SINUS – Programm in den Mittelpunkt gerückte Kooperation von Lehrkräften wird als durchweg positiv und motivierend erlebt. Die Aufhebung der oft konstatierten Vereinzelung von Lehrkräften stärkt das Gefühl, als notwendig erkannte Veränderungen im Unterricht angehen zu können.
- Damit verbunden sind das Bewusstsein über Problembereiche des Unterrichts, die Bereitschaft zur kritischen Überprüfung des eigenen Unterrichts und die Aufgeschlossenheit gegenüber Anregungen von Außen gewachsen.
- An den Schulen haben sich Teams gebildet, die gemeinsam über einen längeren Zeitraum an den gewählten Themen gearbeitet haben. In vielen Fällen hat sich die Zusammenarbeit schnell ausgeweitet und umfasst die Planung des gesamten Unterrichts in einer Jahrgangsstufe und sogar darüber hinaus.
- Im SINUS – Programm konnte die Aufmerksamkeit der Lehrkräfte im Unterricht stärker auf die Lernprozesse der Schülerinnen und Schüler gerichtet werden.