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Namensziegel

„Wir schreiben eure Namen“ - Das Projekt Namensziegel für den sowjetischen Kriegsgefangenenfriedhof Hörsten

Am 09. 10. 2008 fand in Bergen-Hörsten eine Gedenkveranstaltung im Rahmen des Namensziegelprojektes des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. statt, an dem sich unsere Schule seit dem vergangenen Schuljahr beteilligt. Wir waren mit einer Delegation von 3 Schülerinnen, dem Schulleiter Gerd Vanselow und der das Projekt betreuenden Lehrkraft Elke Müller vertreten.

  

Historischer Hintergrund:

Auf dem Kriegsgefangenenfriedhof Hörsten fanden ca. 20 000 sowjetische Kriegsgefangene ihre letzte Ruhestätte.

Nach dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941 wurden hunderttausende Rotarmisten als Kriegsgefangene nach Deutschland deportiert und in sog. „Russenlagern“ eingesperrt. Solche Lager entstanden auch in der Lüneburger Heide, z. B. in Bergen- Belsen. Die Behandlung der Kriegsgefangenen war – entgegen aller internationaler Abkommen – unmenschlich: Allein in Bergen-Belsen starben im Winter 1941/1942 ca. 14.000 Menschen an Hunger, Krankheiten und Erschöpfung. Sie wurden auf einem in der Nähe des Lagers eingerichteten Friedhof in Massengräbern verscharrt – ohne Kennzeichnung der Grablage, ohne Nennung ihrer Namen, noch im Tode jeder Menschenwürde beraubt.

Das Projekt:

Nachdem in den 90er Jahren in einem Archiv bei Moskau die Karteikarten aller nach Deutschland verschleppten sowjetischen Kriegsgefangenen entdeckt wurden, ist es nun möglich, diesen Toten symbolisch Namen, Identität und Würde wiederzugeben. Dazu stellen Schülerinnen und Schüler in ihren Schulen Tonziegel mit den Namen der Opfer des Kriegsgefangenenlagers Bergen-Belsen her; die fertigen Ziegel werden dann auf einem kleinen Wall, der den sowjetischen Kriegsgefangenenfriedhof Bergen-Hörsten umgrenzt, in ebenfalls von Schülern hergestellten Metallgestellen befestigt. Bislang sind etwa 250 solcher Namenstafeln auf dem Friedhof angebracht worden.

Im Juli 2008 wurden die ersten in Tostedt gefertigten Namensziegel von zweien unserer 9. Klassen in Hörsten abgelegt.

Nun haben drei Schülerinnen unserer Schule die am 09.10. stattgefundene Gedenkveranstaltung aktiv mitgestaltet, indem sie die Einzelschicksale von Alexander Lukin und seinem Sohn Boris vorstellten. Die Auswertung von Karteikarten erfolgte im WPK-Kurs Geschichte Klasse 9.

Die Schülerinnen Jana, Vanessa und Hanna waren sichtlich ergriffen, als ein Russe im Anschluss an die Gedenkfeier auf sie zukam und sich für die Darstellung bedankte. Mit Herzklopfen hätte er den Ausführungen gelauscht.

Wir werden dieses Projekt auch in diesem Schuljahr weiterführen.