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Schulhund

Konzept „Schulhund“

 

Einleitung

Durch unser Leitbild haben wir uns zu einer Arbeit verpflichtet, die Wert auf ein gutes Lehr- und Lernklima und ein angemessenes Lernumfeld legt. (Schulprogramm der Erich-Kästner-Realschule, 2015).

Da der Einsatz von Schulhunden dieses Ziel unterstützen kann, möchten wir die Vorteile der sogenannten „hundegestützten Pädagogik“ für unsere Arbeit in der Schule nutzen.

Was ist ein Schulhund?

Der Begriff „Schulhund“ bezeichnet  einen Hund, der „zur Unterstützung pädagogischer Prozesse aktiv und regelmäßig von Pädagogen in den Unterricht integriert wird.“ (Heyer/Kloke 2013, S.18)

Es werden Schulhunde verschiedener Rassen oder Mischlingshunde eingesetzt. Neben ehrenamtlichen Hundeführern können auch Lehrpersonen ihre eigenen Hunde im Unterricht einsetzen.

 

Erfahrungen mit hundegestützter Pädagogik

Mittlerweile gibt es langjährige Erfahrungen und viele Veröffentlichungen zu diesem Thema, die die positiven Auswirkungen belegen.

Schulhunde geben Hilfe zur Erziehung:

  • durch den  Abbau von Angst
  • durch den Abbau von Hyperaktivität
  • durch Reduzierung der Aggressivität
  • durch Abbau von Einsamkeit und Langeweile (Außenseiter)
  • durch Motivation:
    • Förderung aller Sinne und dadurch Stärkung der Wahrnehmung sowie
    • der Kommunikationsfähigkeit
    • Förderung der Fein -u. Grobmotorik im Umgang mit dem Hund
    • Entwicklung von sozialer und emotionaler Kompetenz
    • Förderung der Konzentrationsfähigkeit
    • Förderung von Verantwortungsbewusstsein
    • Förderung der Empathiefähigkeit 

(vgl. Schulkonzept Gottfried-Linke-Realschule Salzgitter)  


Voraussetzung bei dem Hund

Nicht jeder Hund eignet sich für den Einsatz als Schulhund. Man kann den Hund auf seine Arbeit vorbereiten und dafür trainieren, aber er muss bestimmte Wesensmerkmale mitbringen, die man nicht anerziehen kann. Stellt sich im Verlauf der Ausbildung des Hundes heraus, dass er sich für diese Arbeit nicht eignet, wird er für diese Arbeit nicht mehr eingesetzt.

Folgende Wesensmerkmale sollten bei einem Schulhund vorhanden sein:

  • große innere Sicherheit
  • Interesse an Menschen
  • wenig territoriales Verhalten
  • niedriges Aggressionspotenzial  (Heyer/Kloke 2013, S.27)

 Unser Schulhund gehört zur Rasse der Labrador Retriever.

„Labrador Retriever sind gutmütige und freundliche Hunde. Jegliche Art von Schärfe, Aggressivität oder Scheu gegenüber Menschen sind dem rassetypischen Labrador fern. Der Labrador Retriever verhält sich sowohl seiner Umwelt als auch Menschen gegenüber freundlich, aufgeschlossen und neugierig. Er fühlt sich in der Gegenwart von Menschen wohl und zeigt auch keine Scheu, Angst oder Unsicherheit, wenn diese ihm zu nahe kommen. Darüber hinaus ist er ein geduldiger, nervenstarker, angenehmer und kinderlieber Familienhund, dem das enge Zusammenleben mit seinen Menschen über alles geht und der zu einem ausgewogenen Klima im Zusammenleben der Menschen erheblich beitragen kann.“ (vgl. wikipedia „Labrador Retriever)

Wegen seinen guten Eigenschaften werden Labrador Retriever oft zum Therapie-, Rettungs- oder Blindenhund ausgebildet.

Hygienische Voraussetzungen

Tiere können sowohl dauerhaft als auch vorübergehend im Klassenzimmer gehalten werden. Vorbehalte gegen die Tierhaltung konnten in den letzten Jahren entkräftet werden. Auch von Seiten der Gesundheitsämter bestehen keine Gründe, die gegen eine Tierhaltung sprechen.

Schüler/Innen mit bekannten Allergien werden selbstverständlich nicht den Unterricht, in dem der Schulhund unterstützt, besuchen.

Ebenso selbstverständlich ist, dass nur ein gesunder Hund eingesetzt wird. Der Schulhund wird regelmäßig (alle 3 Monate) entwurmt und geimpft. Außerdem wird er regelmäßig gegen Zecken und Flöhe behandelt.

Die Schüler/Innen werden zur Einhaltung hygienischer Standards angehalten. Das Händewaschen nach dem Kontakt mit dem Hund ist Pflicht.

Rechtliche Voraussetzungen

Der Einsatz des Schulhundes ist in allen nötigen Gremien vorgestellt worden und hat das Einverständnis der Schulleitung. Darüber hinaus wurde die Landesschulbehörde Lüneburg, die GUV  sowie der Schulträger informiert.

Der Hund ist über den Hundehalter haftpflichtversichert, bei der zuständigen Gemeinde angemeldet und im Hunderegister Niedersachsen gemeldet.


Verhaltensregeln

Die Regeln im Umgang mit dem Schulhund werden mit den Schüler/Innen im Vorfeld besprochen.

Darüber hinaus werden die Regeln auf einem Plakat festgehalten und für alle sichtbar im Klassenraum aufgehängt.

Kein Schüler/ Keine Schülerin wird dazu gezwungen, Kontakt mit dem Hund aufzunehmen. Schüler/Innen, die Angst haben, werden auf Wunsch behutsam an die Begegnung mit dem Hund herangeführt. Das Gleiche gilt für die Kollegen.

Kein Schüler/ Keine Schülerin wird alleine mit dem Hund gelassen!

Das Wort des Hundeführers steht dabei immer über dem anderer!

Zur Situation an unserer Schule

Frau Becker wird an unserer Schule die Ausbildung des Schulhundes übernehmen.

Sie hat eine 12-Jährige Erfahrung im Umgang mit dem Labrador. Zusätzlich hat sie sich im Vorfeld sehr intensiv mit der hundegestützten Pädagogik auseinandergesetzt und hat an einer Schule, die mehrere Schulhunde hat, hospitiert.

Die geprüfte und zertifizierte Schulhündin Frida wurde am 11.05.2015 geboren und lebt seit Anfang Juli 2015 artgerecht als Familienhund bei Frau Becker. Seit dem Schuljahr 2015/2016 begleitet Frida Frau Becker tageweise in die Schule.

Frida hat ihren „eigenen“ Klassenraum mit ihrer festen Ruhezone bekommen. Dadurch wird gewährleistet, dass Frida in ihrer gewohnten Umgebung dem geringsten Stress ausgesetzt ist. Die Schüler/Innen werden zum Unterricht bei Frau Becker in diesen Raum kommen.

„In Deutschland gibt es bundesweit noch keine Standards für eine einheitliche Ausbildung-  sowie Prüfungsordnung für Schul- und Therapiehunde.“ (Heyer/ Kloke 2013, S.25)

Fridas Erziehung wird deshalb nach dem erprobten „Drei-Stufen-Modell“ nach Heyer/Kloke verlaufen (Heyer/Kloke 2013, S.25ff):

  1. Stufe: Charaktereigenschaften

Frida wurde beim Züchter genau nach den erwünschten Wesensmerkmalen ausgesucht.

  1. Stufe: Grundausbildung

Frida besucht fortlaufend eine Hundeschule. Dort lernt sie nicht nur den Grundgehorsam, sondern pflegt auch den Kontakt zu anderen Hunden. Darüber hinaus stehen in Trainingsstunden immer wieder verschiedene Einsatzmöglichkeiten in der Schule im Vordergrund.

  1. Stufe: Spezialisierung

Diese Ausbildungsphase wurde mit der Prüfung zum Schulhund im August 2017 abgeschlossen. (siehe Zertifikat)

Evaluation

Die Arbeit an diesem Konzept und dessen Evaluation erfolgt nach Bedarf, mindestens aber einmal pro Schuljahr.


Literatur

Der Schulhund. Eine Praxisanleitung zur hundegestützten Pädagogik im Klassenzimmer. Meike Heyer und Nora Klocke. Dr. Dieter Fleig GmbH (Hrsg.). Kynos Verlag 2013.

Schulhund – Konzept der Gottfried-Linke-Realschule Salzgitter.

Konzept der tiergestützten Pädagogik der Wartbergschule Osterode am Harz. (http://wartbergschuleosterode.de/schulleben/tiergestuetze-paedagogik/konzept-tiere.html)

Stand: August 2017